Der Krakower Anglerverein

Gründung und Ziele

Am 11.April 1947 stimmten die Stadtvertreter der Stadt Krakow am See der Bildung eines Vereins für Sportangler in Krakow am See zu. Geangelt werden durfte danach nur von Land aus, an ausgewiesenen Stellen des Stadtsees.

Die erste schriftliche dokumentierte Aktivität eines gemeinschaftlichen Anglervereines erfolgte am 20.März 1949 anlässlich einer Jahreshauptversammlung in Hamels Gasthaus unter dem Namen "Sparte Angeln". Spartenleiter war Hermann Schweder sen.

Der Krakower Anglerverein, in allen seinen Vereinsformen, hatte immer und hat sich das Ziel gesetzt, dem angelsportlichen Gemeinschaftsgedanken zu fördern. Der Weg führte vom "Kochtopfangeln" des Einzelnen zum sportlichen Angeln in der Gemeinschaft. Nicht nur der erfolgreiche Fang, sondern auch der Genuss und der Schutz unserer Natur stehen im Vordergrund des Vereinsgedankens. Besonderes Anliegen des Vereins ist die Gewinnung von Nachwuchs in unserer schönen Sportart. Viel Wert wurde und wird auch auf den Turnierangelsport gelegt.
Von Beginn an ist die Vereinstätigkeit auf eine aktive Jugendarbeit ausgerichtet worden. Nach vielen Schwankungen in der Kontinuität der Jugendarbeit, können wir heute auf eine sehr erfolgreiche Jugendarbeit verweisen.



Wichtige Daten

1947
  • (11.04.) Gründung des Vereins für Sportangler in Krakow am See laut Protokoll der Stadtvertetung Krakow am See.
1949
  • (20.03.) Erste schriftlich dokumentierte Aktivität der Sportgemeinschaft Krakow "Sparte Angeln"
  • (21.08.) Erste dokumentierte Durchführung der Korsofahrt im Rahmen des Anglersportfestes
  • (11.04.) Laut Protokoll der Stadtvertretung Krakow am See beträgt das Fischfangsoll der Städtischen Fischerei im laufenden Jahr 900 Zentner. Die Stadtvertreter lehnen aus diesem Grund den Verkauf von Angelkarten an Kurgäste des Kurhotls (heute Seehotel) ab.
1950
  • (05.05.) Beitritt zur neu gegründeten Anglervereinigung des Landes Mecklenburg mit Sitz in Rostock und Umbenennung in Ortsgruppe Krakow am See
1951
  • Vorschlag von H. Schweder jun. und Erich Loeck zu einem Wettangeln am Himmelfahrtstag.
  • Die Richtlinien des Rundschreibens 147 der Anglervereinigung Land Mecklenburg besagen, dass alle Gewässer des Krakower Sees, einschließlich des Obersees beangelt werden dürfen.
1953
  • Einführung des Anangelns mit Wettkampfcharakter und anschließendem Anglerball im Gasthaus Hamel. Der erste Termin hierfür ist der 17.05.1953
  • Eingabe an den Ministerpräsidenten der DDR, Otto Grothewohl, wegen Verbot des Angelns auf dem Obersee
  • Erstmalige Durchführung eines Sommer- und Wintervergnügens am Wadehäng
  • (08.08.) Bekanntgabe an die Mitgliederversammlung der Verpachtung eines Wiesengrundstückes zur Bootslagerung in der Nähe des Seehotels, durch die Stadt Krakow am See zum Jahrespachtschilling von 20,- Mark
1954
  • (13.05.) Gründung des DAV der DDR; Neuer Name des Ortsverbandes: Ortgruppe des Deutschen Anglerverbandes der DDR
1955
  • Aufbau einer Jugendgruppe unter Leitung von Sportfreund Kirschke
  • Einführung des Abangelns
1956
  • Erste Erfolge im Turnierangelsport, bei einem Verbandsturnier in Magdeburg errangen Sportfreund Petersen einen 2. Platz und Sportfreund Jörß einen beachtlichen 7. Platz
1957
  • Vom Kreisfachausschuss werden 300 Bambusruten nach langem Kampf an die Ortsgruppe übergeben
  • Beschluss zur Schaffung eines gemeinschaftlichen Bootssteges mit Überdachung für ca. 25 Boote
  • Beantragung der Zuweisung eines geeigneten Geländes sowie eines finanziellen Zuschusses beim Rat der Stadt Krakow am See
1959
  • Verbot des Köderfischens auf Produktionsgewässern des VEB-Binnenfischerei.
  • Erste Durchführung eines Volksangeltages im Rahmen des Vereinssportfestes.
1960
  • Die alte SchweinsgrabenbrückeAktivitäten zur Beräumung des "Schweinsgrabens"
1961
  • Einführung der leistungsabhängigen Erteilung der Angelerlaubnis auf Produktionsgewässern
  • Einführung eines Wanderpokals beim An- und Abangeln gestiftet benannt nach dem Berliner Angler Artur Grunow von der DAV-OG Schmöckwitz, der auch schon mehrfach Spendenbeträge in Höhe von 30,- M dem Krakower Anglerverein gestiftet hat
  • Erste Gedanken im Vorstand zur Durchführung eines Jugendlagers
  • (21.05.) 1. Vergleichskampf mit der DAV-OG Berlin-Schmöckwitz, der zu einer jahrelang gepflegten Tradition wird, die OG Schmöckwitz gewann den ersten Vergleich, doch schon im Rückkampf desselben Jahres ging der Pokal zurück nach Krakow.
1963
  • (11.09.) Vorschlag des Rates der Stadt über die Zuweisung eines Platzes für einen Gemeinschaftsbootssteg zwischen Seehotel und Evertschen Bootsschuppen, zu dieser Zeit Holzplatz und Schrottplatz. Zunächst Ablehnung durch die OG wegen Einschätzung der Nichteignung.
1964
  • Der Krakower Obersee wird zum Naturschutzgebiet und darf von März bis Mitte Juli nicht mehr mit Booten befahren werden.
  • Zuweisung des Seegeländes an der jetzigen "Leipziger Badestelle" an die OG zur Befestigung und Anlage eines Bootsteges, es kommt aber nicht zur Realisierung.
1965
  • Anangeln 1965Einführung von Bootsführerscheinen und Neuregistrierung der Boote durch die Stadt
  • Neue Bedingungen für das An- uns Abangeln: Abwechselnd auf dem Stadt- bzw. Gruber See
  • Antrag an den Rat der Stadt Krakow am See auf Zuweisung eines Uferplatzes zum Ausbau als Bootsanlege- und Turnierplatz auf dem Gelände neben den Mechanischen Werkstätten Werk II
1966
  • (16.11.) Auf einer Mitgliederversammlung wird beschlossen, das von der Stadt angebotene Gelände des ehemaligen Holzplatzes/Schrottplatzes doch zu übernehmen und herzurichten
1967
  • Arbeiten auf dem Vereinsgelände(19.02.) Nachwahl des Sportfreundes Karl Döring in der Vorstand der OG in der Funktion des Bauleiters für die beginnenden Arbeiten auf dem Vereinsgelände. Ein Baustab wird gebildet. Ihm gehören die Sportfreunde Willi Schwaan, Paul Wehring, Bernhard Hase und Erich Wagner an.
  • Es werden noch im gleichen Jahr in 19 Einsätzen 595 Arbeitsstunden und 38 Maschinenstunden von den Sportfreunden geleistet.
  • Anschluss des DAV an den DTSB
1968
  • Erteilung von 12 Köderfischgenehmigungen durch die Fischerei als Auszeichnung für aktive Sportfreunde.
  • Einführung von NAW-Leistungskarten für den Aufbau des Vereinslebens
  • VIII. Weltmeisterschaften im Turnierangeln in Güstrow - Verein entsendet Beobachter.
  • Beendigung der jährlichen Vergleichswettkämpfe mit Berlin Schmöckwitz aus Geldmangel.
  • Mitgliederzahl steigt auf über 400 Mitglieder
1969
  • Die ersten fertiggesellten Liegepätze(31.01.) Auf der Vorstandssitzung werden nach Fertigstellung des 1. Teiles der Steganlage die ersten 7 Liegeplätze an die Sportfreunde: Helene Mahnke, Otto Schwenn, Hans Köster, Heinz Rojahn, Hermann Puls, Fritz Brüshaver und Rudolf Reink vergeben.
1975
  • Vereinsmitglieder in den 70ger JahrenBeschluss zum Bau von Bootsschuppen mit einem Jugendraum auf dem Vereinsplatz
  • (09.11.) Wahl eines neuen Vorstandes: 1. Vorsitzender: Ludwig Müller, Stellvertreter Erich Wagner
1976
  • Inselzelten(April) Beginn einer kooperativen Zusammenarbeit der OG des DAV mit der Jugendrudergruppe der POS, Rudersportler erhielten Genehmigung zur Lagerung ihrer Boote auf dem Vereinsgelände des DAV, weil sich das Ruderzentrum noch im Bau befand
  • (August) 1. Wochenendzelten der Jugendgruppe auf einer Oberseeinsel unter der Leitung von Sportfreund Kurt Speckin
1977
  • (Juli) Übernahme der Bauleitung für die Bootsschuppenanlage durch Sportfreund Eberhard Roski
1979
  • (März) Beschluss auf Kreisfachausschusssitzung des DAV - keine Angelerlaubnis mehr an Bürger des NSW (nicht sozialistischen Wirtschaftsgebietes) zu vergeben
  • (Oktober) erstmals Anglerball in der Gaststätte "Jörnberg"
1981
  • Ficherfestangeln(Januar) Ständige Stationierung der Wasserschutzpolizei am Krakower See
  • (21.8.) 1. Fischerfest in Krakow am See mit verschiedenen Aktivitäten der OG Krakow des DAV
1984
  • Bau einer Toilettenanlage in einem Raum der Bootschuppenanlage
  • Beginn des sporadischen Getränkeausschankes durch Sportfreund Horst "Mießi" Rojahn im jetzigen Anglerkrug, damals besser bekannt unter dem Namen "Mießi-Bar"
1986
  • (September) 1986 Antrag des DAV auf Geländeüberschreibung des Vereinsplatzes
  • (November) Errichtung eines Volleyballplatzes auf dem Vereinsgelände
1987
  • Die kontinuierliche Jugendarbeit unter Leitung des Sportfreundes Kurt Speckin trägt erste Früchte: bei der Kinder- und Jugendspartakiade in Güstrow wurden 5 Gold-, 2 Silber- und 5 Bronzemedaillen gewonnen
1990
  • Verbunden mit entsprechender Preiserhöhung gilt ab nun eine Köderfischgenehmigung für alle Inhaber einer Raubfischqualifikation
  • Beschluss der Kommission Umweltschutz zum Verbot von Verbrennungsmotoren auf allen Gewässern des Landkreises Güstrow
  • Erste Gedanken zur Gründung eines gemeinnützigen Vereines
  • (16.12.) 45 Angelfreunde haben sich als potentielle Mitglieder in einem neuen Verein eingetragen. 12 Mitglieder des alten Vorstandes sind zur Mitarbeit im neuen Vorstand bereit.
1991
  • (23.03.) Gründung des Krakower Angelvereines e.V. Anschluss an den Verein deutscher Sportfischer VDSF
1992
  • (Februar) Der Vereinsraum wird ab sofort als gewerblicher öffentlicher Ausschank betrieben.
  • (Oktober) Laut Landesgesetz darf nur noch mit Fischereischein geangelt werden. Alle Vereinsmitglieder des alten DAV mit Raubfischqualifikation bekommen den Fischereischein automatisch
1994
  • Einführung der neuen Motorbootverordnung; das Befahren des Krakower Untersees mit beim StAUN angemeldeten Booten mit Verbrennungsmotoren bis 5PS ist gestattet.
1998
  • (Mai) Teilnahme des Krakower Angelvereines am historischen Umzug anlässlich der 700-Jahr-Feier der Stadt Krakow am See
  • (August) Stefan Mevius aus der Jugendgruppe, siegt bei den Landesmeisterschaften im Turnierangeln.
1999
  • Aufbau der neuen Schweinsgrabenbrücke(September/Oktober) Wiederaufbau der "Schweinsbrücke" auf Initiative, und unter Organisation sowie Mitarbeit des Krakower Anglervereins.
2000
  • Jugendbungalow im Bau(November) Einweihung des Jugendbungalows auf dem Vereinsgelände.
  • Pflanzen einer neuen Pappel auf der Insel Liepse, als Ersatz für die durch Blitzschlag zerstörte Pappel, die durch einen Kinderfilm berühmt wurde.
2001
  • Bau der Brückenanlage an der alten Franzosenbadeanstalt(März) An der alten Franzosen­badeanstalt wurden die Arbeiten an einem Boot- und Angelsteg abgeschlossen, welcher auch wieder durch fleißige Helfer aus unserem Verein mit aufgebaut wird.
2002
  • Entschluss des gesamten Vorstandes, einen Generationswechsel zu vollziehen.
2003
  • Wahl eines neuen Vorstandes, so dass dessen Durchschnittsalter weit unter 40 Jahren liegt.
  • Einführung eines neuen Wettkampfmodus; es wird erstmals ein Fischkönig gekrönt!

 

Traditionen

In den Jahrzehnten der Vereinsgeschichte entwickelten sich Veranstaltungen wie das An- und Abangeln, das Raubfischangeln, das Angeln zum Fischerfest, zum Fischzug an dem auch Gäste teilnehmen können , zur festen Tradition. Außerdem wird jeweils im Frühjahr und im Herbst ein Anglerpreisskat durchgeführt.
Im Frühjahr bzw. Frühsommer unternehmen interessierte Vereinsmitglieder seit Jahren Busfahrten und Ausflüge in die nähere und fernere Umgebung, um die Schönheiten unserer Natur und touristische Höhepunkte zu genießen. Alternativ wird ein Anglersportfest fü die ganze Familie veranstaltet. Zu einer der ältesten Traditionen gehört auch der Anglerball, wo kräftig das Tanzbein geschwungen wird. Eine gute Gelegenheit, auch für die Ehe- und Lebenspartner einmal am Vereinsleben teilzunehmen.
Für den Nachwuchs ist das Zeltlager auf der Insel Liepse der jährliche Höhepunkt. Auf Grund einer guten Trainingsarbeit können sich ständig Kinder- und Jugendliche, als auch Erwachsene für die Teilnahme an Wettkämpfen auf Landes- und Bundesebene qualifizieren. Es werden regelmäßig gute bis sehr gute Ergebnisse erreicht. Dazu zählen Landesmeister und auch Deutsche Meistertitel in verschiedenen Disziplinen.
Zu einer weiteren Tradition im Vereinsleben ist ein Angelnachmittag mit anschließendem Grillen, mit Kindern und Betreuern aus Shodino geworden.



Die Vorsitzenden in chronologischer Reihenfolge:

1949 - 1950 Spartenleiter Herrmann Schweder sen.
1950 - Mai 1954 Obmann Anglervereinigung Herrmann Schweder sen.
Mai 1954 - Februar 1960 1. Vorsitzender der Ortsgruppe des DAV der DDR Kurt Camenz
Februar 1960 - September 1962 1. Vorsitzender Herrmann Schweder jun.
September 1962 - März 1963 Kommissarischer Vorsitz durch Erich Wagner
März 1963 - November 1975 Erneute Übernahme der Vorsitzes durch Herrmann Schweder jun.
November 1975 - Februar 1993 1. Vorsitzender Ludwig Müller
Februar 1993 - 1996 1. Vorsitzender August Wenk
1996 - 2003 Vorsitzender Kurt Speckin
seit 2003 Vorsitzender Dirk Rojahn



Zusammengetragen unter Mitarbeit von Herrn Jürgen Greiner und Herrn Gustav Schleicher. Vielen Dank.

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